St. Nikolaus Sitzerath

(c) Alfred Schmitt
(c) Alfred Schmitt

Die Pfarrgemeinde “St. Nikolaus„ Sitzerath feiert am 30. September 2017 das 60jährige Jubiläum der neuen Pfarrkirche.

Nachdem der neue Seelsorger Pastor Peter Kirsch am 30. Oktober 1955 in sein Amt eingeführt war, wurde gleich die Bitte an ihn herangetragen, eine neue Kirche zu bauen. Die bestehende Kirche wurde zwischen 1896 und 1898 erbaut und war schon seit Jahren auf Grund des starken Bevölkerungszuwachses in Sitzerath zu klein geworden. Insbesondere an Fest- und Feiertagen bot die Kirche nicht mehr allen Besuchern Platz, sodass viele Pfarrangehörige den Gottesdienst vor der Kirche mitfeiern mussten.

Obwohl Pastor Kirsch kein Kirchenvermögen vorfand, wurde schon im Winter 1955 mit den vorbereiteten Arbeiten für einen Neubau begonnen. Hauptsächlich Pensionäre begannen in den Sitzerather Steinbrüchen mit dem Brechen der Bausteine. Die Steine wurden anschließend mit privaten Pferde- und Kuhfuhrwerken zur Baustelle gebracht.

Der erste Spatenstich für das neue Gotteshaus erfolgt am 23. März 1956 und am 28. Oktober 1956 fand im Beisein von Ministerpräsident Dr. Hubert Ney durch Pastor Waldemar Schuler aus Wadrill die Grundsteinlegung statt.

Im März 1957 ging der Kirchenneubau weiter. Zeitgleich wurde auch der Kirchturm gebaut. Er ist aus den gleichen Sitzerather Steinen wie das Mauerwerk der Kirche gemauert. In dem 20 m hohen Turm wurden vier Glocken installiert. Die Glockenweihe fand am 2. Juni 1957 statt. Drei neue Glocken wurden angeschafft, eine wurde aus dem alten Geläut entnommen. Am Christkönigtag 1957 läuteten sie zusammen zum ersten Mal in ihren Tönen F, As, B und C.

Am 29. September 1957 fand der Festgottesdienst zur Benediktion der neuen Kirche durch Prälat Kammer aus Trier statt.
Mit einem großzügigen Spendenaufkommen haben die Sitzerather ihre Kirche mitfinanziert. Alle Holzschnitzereien in dem Gotteshaus stammen von Pastor Peter Kirsch.

  • Geschichte

    Pfarrkirche Sitzerath

    Sitzerath war bis vor einigen Jahren Filiale der Pfarrei Wadrill im gleichnamigen Dekanat. Urkundlich erwähnt wird Sitzerath zum ersten Mal in einem kirchlichen Visitationsbericht aus dem Jahre 1529, nach dem die dortige Kapelle dem hl. Vitus geweiht war. In einem weiteren Visitationsbericht von 1620 erhielt das Dorf die Genehmigung zur Abhaltung einer Wochenmesse. 1712 erscheint der hl. Nikolaus als Patron der Kapelle. Diese, alt und baufällig geworden, wurde 1880 abgerissen. Am 14. Mai 1899 wurde die neue Kapelle zu Ehren des hl. Nikolaus eingeweiht.

    Die industrielle Entwicklung um und nach der Jahrhundertwende brachte auch ein rasches Anwachsen der Bevölkerung in Sitzerath mit sich. Die weiten Kirchgänge nach Wadrill (3-4 km) veranlaßten das Bistum, dem Ort am 1. Januar 1928 die Expositur zu gewähren. Kaplan Weber kam als erster Geistlicher in den Ort Sitzerath. Er setzte sich tatkräftig für die Anliegen des Ortes ein und ist heute noch in guter Erinnerung.

    Im Jahre 1938 wurde Sitzerath zur Vikarie und am 22.10.1946 zur Kirchengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung erhoben.

    Der immer dringender werdende Bau einer neuen Kirche wurde von Herrn Pastor Kirsch gleich nach seiner Amtseinführung am 30.10.1955 in Angriff genommen. Am 28.10.1956 erfolgte bereits die Grundsteinlegung. Pastor Kirsch schnitze selbst Altar, Kreuzweg, den Gekreuzigten, die Schmerzensgruppe, den hl. Nikolaus und die einzelnen Kerzenständer. Bereits am 29.9.1957 war das Gotteshaus fertiggestellt und wurde im Auftrag des Bischofs durch Prälat Kammer aus Trier eingeweiht.

    Das helle, luftige Gotteshaus, aus heimischen Natursteinen erbaut, ist das Ergebnis fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen Pfarrer Kirsch und der Gemeinde. Es entspricht in Größe und Ausstattung den heutigen Anforderungen, wurde zwischenzeitlich durch einen Pfarrsaal und einen Kindergarten ergänzt und bildet heute das kulturelle Zentrum des Ortes.

    Seit 2011 gehört die Pfarrei zum Pastoralen Raum St. Hubertus Nonnweiler.


    Karl Stroh, Sitzerath