St. Hubertus Nonnweiler

KiTa Carl-Rudolf von Beulwitz

Teilen wie St. Martin

Am 11. November erinnern wir uns an das Leben des Heiligen Martin von Tours, indem wir gemeinsam Gottesdienste feiern und mit Laternen durch die Orte zu einem großen Martinsfeuer ziehen. Es gibt viele Geschichten über St. Martin, die bekannteste ist aber wohl die, in der er seinen Mantel teilt und die Hälfte einem armen Bettler schenkt. Im Traum erklärt ihm Jesus, dass er eigentlich dieser Bettler war. 

Die diesjährige Vorbereitung zur St. Martinsfeier in der Kita Carl-Rudolf von Beulwitz Stiftung Nonnweiler, stand ganz unter dem Motto: „Teilen wie St. Martin“. Die Kinder überlegten was und vor allem mit wem sie Dinge teilen können. 

Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt. Auf vielfältige Art und Weise wurden Alltagssituationen erarbeitet, in denen die Kinder die Möglichkeit erfahren selbst etwas zu teilen.

Auch außerhalb der Kindergartengemeinschaft ist es heute noch wichtig, dass es Menschen gibt, die sich Jesus zum Vorbild nehmen, die die Not der anderen wahrnehmen, sich davon betreffen lassen und helfen, so wie Martin. So haben die Kindergartenkinder überlegt, was sie geben können? Und sind zu dem Entschluss gekommen, eine Kleidersammelaktion zu starten. Daher sammelten die Kinder vom 22.10.2018 bis zum 9.11.2018 gut erhaltene Kleidungsstücke, egal ob Kinderkleidung oder Erwachsenenkleidung. Die gesammelten Kleidungsstücke wurden anschließend der Bolivienhilfe zukommen gelassen.

Der Erlös aus der Verwertung der Kleiderspenden kommt ausschließlich benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderungen in Bolivien zugute. Der Erlös aus der Aktion dient der nachhaltigen Unterstützung von zwei Organisationen in Bolivien. Die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca–Trier“ unterhält 25 Ausbildungseinrichtungen in den ländlichen Regionen des Erzbistums Sucre für ca. 2.000 Kinder und Jugendliche. Wichtige Schwerpunkte der Arbeit sind z. B. die Förderung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen und die Entwicklung von Maßnahmen angesichts des deutlich spürbaren Klimawandels. Der zweite Partner, die „Nationale Jugendpastoral“ Boliviens (PJV), fördert und koordiniert die katholische Jugendarbeit für das ganze Land.

Weitere Informationen gibt es beim BDKJ in 54290 Trier, Weberbach 70, Tel: 0651 9771-100 und bei in der FachstellePlus für Kinder- und Jugendpastoral in Saarbrücken, Tel: 0681 9068-161 sowie Internet unter www.boliviensammlung.de

Am Montag, den 12.11.2018 wurden sage und schreibe 50 Kleidersäcke von der Bolivienhilfe abgeholt!

Saskia Klasen, Leiterin Kita

  • Geschichte

    Die Pfarrei Nonnweiler ist bereits sehr alt und hat eine bewegte Vergangenheit. Der Trierer Bischof Hetti (814 - 847) beauftragte das Nonnenkloster Pfalzel, »einen Keil zwischen Hermeskeil und Kastel zu schieben«, um den Einfluss der nichttrierischen Tholeyer (Lothringer) einzudämmen (Ewig: Trier im Merowingerreich, S. 23).

    Man kann davon ausgehen, dass das Nonnenkloster Pfalzel bereits in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts mit der kolonisatorischen Erschließung von Nonnweiler tätig wurde und dabei gleichzeitig auch Pate für den Namen »Nonnweiler« stand.

    Wahrscheinlich ist ebenfalls, dass gleichzeitig mit der Besiedlung der Aufbau einer Kirchenorganisation einherging. Nach der Überlieferung war in Nonnweiler eine Zweigstelle des Klosters Pfalzel, wohin Nonnen zur Läuterung bzw. Züchtigung strafversetzt wurden. Diese Überlieferung wird durch Funde im Distrikt »Züchterhaus« sowie durch Aufzeichnungen bestätigt.

    »Nach der Auflösung des Nonnenklosters wurden die Mitglieder in verschiedene Klöster ihrer Regel verteilt. Die meisten Klosterfrauen wurden nach St. Irmina in Trier, vielleicht auch einige auf den Hof zu Nonnweiler, einer Besitzung des Stiftes, verwiesen« (Lichts: Leben und Thaten der Heiligen..., S. 310).

    Da das Nonnenkloster Pfalzel bereits im Jahre 1016 durch Bischof Poppo aufgelöst wurde, sind alle Aktivitäten in Nonnweiler vor dieser Zeit anzusetzen. Vielleicht wurde die erste Kirche in Nonnweiler schon im 9. Jahrhundert errichet. Bei späteren Bauarbeiten an der Kirche wurden Überreste eines Holzbaues gefunden, die aus dieser Zeit stammen könnten.

    Ein weiterer Hinweis auf das hohe Alter der Pfarrei ist das Hubertuspatronat. Der heilige Hubertus gilt allgemein als Heiliger des späten Mittelalters, nur selten ist er als (Erst-)Patron von Pfarrkirchen nachweisbar. Es gibt aber eine ältere Verbreitung des Hubertuskultes, die besonders im Trierischen festzustellen ist.

    Hubertuskult

    Nonnweiler scheint eine dieser frühen Verehrungsstätten zu sein: Für Nonnweiler kann das Hubertuspatrozinium als subsidärer Beweis für das Alter des Pfalzeler Besitzes in Nonnweiler und die kolonisatorisch-missionarische Tätigkeit der Pfalzeler Nonnen gelten (Heyen: Pfalzel, S. 50-53).

    Ein besonders wertvolles Kulturgut ist das »Hubertushorn«, ein Trinkhorn, das der heilige Hubertus bei der Jagd hier verloren haben soll. Auf diesem Horn, das sich im Besitz der Pfarrei befindet, ist folgende Eintragung zu lesen: »Nikolaus Clink Pastor hiesiger Kirche, im Jahre des Herrn 1182.« (Die Eintragung auf dem Horn ist der erste schriftliche Hinweis auf den Ort Nonnweiler).

    Aus der Hubertusverehrung entwickelte sich schon sehr früh ein »Hubertuskult«. Mit dem »Hubertusschlüssel«, einem Brenneisen, wurden in Nonnweiler Bisswunden ausgebrannt. Hatte sich ein Mensch oder ein Tier mit Tollwut infiziert, kannte man nur ein Gegenmittel, das »Ausbrennen« der Wunde. Eine einfache und schmerzhafte Heilmethode, die jedoch oft zum Erfolg führte.

    Wallfahrtsort

    Aufbauend auf diese medizinisch-kultische Handlung entwickelte sich Nonnweiler zu einem viel besuchten Wallfahrtsort. Nachweislich kamen mehrere Tausend Pilger jährlich nach Nonnweiler. In Verbindung mit dem Brennritual und der dadurch bedingten großen Pilgerzahl wurde in Nonnweiler eine »Hubertusbruderschaft« gegründet, die erstmals 1516 erwähnt ist. Die Hubertusbruderschaft und der Wallfahrtsort Nonnweiler müssen sehr bekannt und bedeutend gewesen sein, so bedeutend, dass sich sogar ein Papst mit ihnen befasste.

    Am 28. September 1759 wurde eine Ablassbulle von Papst Clemens XIII. für die Hubertusbruderschaft Nonnweiler beurkundet. Im Jahre 1828 wurde die Anwendung des Hubertusschlüssels sowie die Wallfahrt nach Nonnweiler von der Bischöflichen Verwaltung in Trier verboten. Das bischöfliche Verbot setzte nicht nur einem alten Brauchtum ein Ende, es bedeutete auch einen enormen Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes.

    Helmut Ludwig, Nonnweiler