St. Hubertus Nonnweiler

Nacht der Lichter

Reflexion der Nacht der Lichter 2018

Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf und der Anerkennung durch die Besucher der Nacht der Lichter 2018.

Die Gäste und auch wir fanden den zeitlichen Rahmen gelungen, nicht zu kurz und nicht zu lange.

Der Auftritt der Kinder, ihr Mimenspiel und natürlich das Lied selbst kamen sehr gut an, es war sehr emotional, viele Besucher und auch wir hatten eine „Gänsehaut“ oder gar Tränen in den Augen.

Der anschließende Austausch bei Glühwein, Tee und Gebäck wurde ebenfalls sehr gut angenommen und kam bei allen sehr gut an (die gleiche Resonanz gab es auch nach der Christmette!).
Dies sollte unbedingt beibehalten werden, da so viele Besucher der Nacht der Lichter (und auch der Christmette) von dem Angebot Gebrauch gemacht haben und froh über die Möglichkeit waren, noch ein wenig zu verweilen und zu reden.

Unterschiedliche Formen und Facetten von Kirche leben anzubieten, wird immer wichtiger, um Menschen anzusprechen und für Kirche zu sensibilisieren.

(Artikel: Anja Feid)

Ein Erlebnis mit dem Gotteslob und modernen Kirchenliedern

Offenes Gemeindesingen mit anschließendem Gemeindekaffee

Ein E-Klavier, das aufgebaut wurde, eine Querflöte, die zusammengesteckt wurde, Stühle, die schön im Kreis angeordnet wurden. Und schließlich auch Türen, die andauernd auf und zufielen, weil die Singliebhaber das vom Pfarrgemeinderat vorbereitete 2. Gemeindesingen nicht verpassen wollten. Um 15 Uhr saßen sie alle um das Klavier vom Organisten Michael Ludwig und um mich (Querflötenspielerin).

An die 40 Leute waren es, die zuerst der Begrüßung von Jutta Adam lauschten, und dann das erste Lied erfreut mitsangen, es war „Komm bau ein Haus“ (Seite 341, im Gotteslob). Anschließend folgte ein kleiner Text zum Motto des Nachmittags, „El Salvador-Spenden mit der Hilfsaktion Misereor sammeln!“

Das nächste Lied wurde besonders von den anwesenden Kommunionkindern kräftig mitgesungen: „Vater unser im Himmel“ von Detlev Jörg. Auch wenn die Erwachsenen sich erst einmal in das unbekannte Lied herein fühlen mussten, war es am Ende doch so sehr beliebt, dass es am Ende nochmal gesungen wurde. Nach dem nächsten Text zu „Oscar Romero“, kam es zur größten Herausforderung, dem Kanon „Du bist da wo Menschen leben“.
Erst einmal nur in zwei Gruppen, dann in vier… Auf den Text „Mach was draus: Sei Zukunft“ folgte „Eine Hand voll Erde“  und dann beteten alle zusammen: MACH WAS DRAUS GOTT!

Nun ging es von der Kirche Nonnweiler rüber ins Sälchen wo schon Kuchen, Kaffee und Waffeln, die besonders bei den Kindern beliebt waren, warteten.

In einer kleinen Spendenbox sammelte sich Geld für Misereors Hilfsaktion. Zum Abschluss, während die Großen aufräumen durften, wurde noch Rucki Reiselustigs Geschichte erzählt und dazu gemalt.

Für alle, die den schönen Nachmittag verpasst haben, lohnt es sich im nächsten Jahr wieder zu kommen. Der diesjährige Termin am 7.April war bestimmt nicht unser letztes Gemeindesingen.

Bericht: Annika Blatt

  • Geschichte

    Die Pfarrei Nonnweiler ist bereits sehr alt und hat eine bewegte Vergangenheit. Der Trierer Bischof Hetti (814 - 847) beauftragte das Nonnenkloster Pfalzel, »einen Keil zwischen Hermeskeil und Kastel zu schieben«, um den Einfluss der nichttrierischen Tholeyer (Lothringer) einzudämmen (Ewig: Trier im Merowingerreich, S. 23).

    Man kann davon ausgehen, dass das Nonnenkloster Pfalzel bereits in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts mit der kolonisatorischen Erschließung von Nonnweiler tätig wurde und dabei gleichzeitig auch Pate für den Namen »Nonnweiler« stand.

    Wahrscheinlich ist ebenfalls, dass gleichzeitig mit der Besiedlung der Aufbau einer Kirchenorganisation einherging. Nach der Überlieferung war in Nonnweiler eine Zweigstelle des Klosters Pfalzel, wohin Nonnen zur Läuterung bzw. Züchtigung strafversetzt wurden. Diese Überlieferung wird durch Funde im Distrikt »Züchterhaus« sowie durch Aufzeichnungen bestätigt.

    »Nach der Auflösung des Nonnenklosters wurden die Mitglieder in verschiedene Klöster ihrer Regel verteilt. Die meisten Klosterfrauen wurden nach St. Irmina in Trier, vielleicht auch einige auf den Hof zu Nonnweiler, einer Besitzung des Stiftes, verwiesen« (Lichts: Leben und Thaten der Heiligen..., S. 310).

    Da das Nonnenkloster Pfalzel bereits im Jahre 1016 durch Bischof Poppo aufgelöst wurde, sind alle Aktivitäten in Nonnweiler vor dieser Zeit anzusetzen. Vielleicht wurde die erste Kirche in Nonnweiler schon im 9. Jahrhundert errichet. Bei späteren Bauarbeiten an der Kirche wurden Überreste eines Holzbaues gefunden, die aus dieser Zeit stammen könnten.

    Ein weiterer Hinweis auf das hohe Alter der Pfarrei ist das Hubertuspatronat. Der heilige Hubertus gilt allgemein als Heiliger des späten Mittelalters, nur selten ist er als (Erst-)Patron von Pfarrkirchen nachweisbar. Es gibt aber eine ältere Verbreitung des Hubertuskultes, die besonders im Trierischen festzustellen ist.

    Hubertuskult

    Nonnweiler scheint eine dieser frühen Verehrungsstätten zu sein: Für Nonnweiler kann das Hubertuspatrozinium als subsidärer Beweis für das Alter des Pfalzeler Besitzes in Nonnweiler und die kolonisatorisch-missionarische Tätigkeit der Pfalzeler Nonnen gelten (Heyen: Pfalzel, S. 50-53).

    Ein besonders wertvolles Kulturgut ist das »Hubertushorn«, ein Trinkhorn, das der heilige Hubertus bei der Jagd hier verloren haben soll. Auf diesem Horn, das sich im Besitz der Pfarrei befindet, ist folgende Eintragung zu lesen: »Nikolaus Clink Pastor hiesiger Kirche, im Jahre des Herrn 1182.« (Die Eintragung auf dem Horn ist der erste schriftliche Hinweis auf den Ort Nonnweiler).

    Aus der Hubertusverehrung entwickelte sich schon sehr früh ein »Hubertuskult«. Mit dem »Hubertusschlüssel«, einem Brenneisen, wurden in Nonnweiler Bisswunden ausgebrannt. Hatte sich ein Mensch oder ein Tier mit Tollwut infiziert, kannte man nur ein Gegenmittel, das »Ausbrennen« der Wunde. Eine einfache und schmerzhafte Heilmethode, die jedoch oft zum Erfolg führte.

    Wallfahrtsort

    Aufbauend auf diese medizinisch-kultische Handlung entwickelte sich Nonnweiler zu einem viel besuchten Wallfahrtsort. Nachweislich kamen mehrere Tausend Pilger jährlich nach Nonnweiler. In Verbindung mit dem Brennritual und der dadurch bedingten großen Pilgerzahl wurde in Nonnweiler eine »Hubertusbruderschaft« gegründet, die erstmals 1516 erwähnt ist. Die Hubertusbruderschaft und der Wallfahrtsort Nonnweiler müssen sehr bekannt und bedeutend gewesen sein, so bedeutend, dass sich sogar ein Papst mit ihnen befasste.

    Am 28. September 1759 wurde eine Ablassbulle von Papst Clemens XIII. für die Hubertusbruderschaft Nonnweiler beurkundet. Im Jahre 1828 wurde die Anwendung des Hubertusschlüssels sowie die Wallfahrt nach Nonnweiler von der Bischöflichen Verwaltung in Trier verboten. Das bischöfliche Verbot setzte nicht nur einem alten Brauchtum ein Ende, es bedeutete auch einen enormen Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes.

    Helmut Ludwig, Nonnweiler